Jahreshauptversammlung am 29. Januar

JHV 2016Im Feuerwehrgerätehaus trafen sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Umstadt zur Jahreshauptversammlung.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen die Berichte der einzelnen Abteilungen.

Einsatzabteilung

Wehrführer Christian Karn bezifferte die Anzahl der Einsätze im zurückliegenden Jahr 2015 mit insgesamt 123, die sich aufgliederten in 28 Brandeinsätze, 65 Hilfeleistungseinsätze und 30 Fehlalarme. Wie man an diesen Zahlen erkennen könne, nehme die Belastung für die Einsatzkräfte stetig zu.

Recht spektakulär war im Mai ein Wohnhausbrand auf dem Herrnberg. Die Terrasse stand in Vollbrand und hatte bereits das Wohnhaus erfasst. Glücklicherweise waren keine Personen mehr im Gebäude.

Die Anzahl der Aktiven bezifferte Karn auf 58, 4 Frauen und 54 Männer. In diesem Zusammenhang erwähnte der Wehrführer, dass auf dem ehrenamtlichen Personal sehr viel Verantwortung ruht. Angefangen vom Feuerwehrmann bis zum Stadtbrandinspektor. Deshalb müsse unbedingt ein Teil des Ehrenamtes von Hauptamtlichen aufgefangen werden. Beispielsweise benötige die Wehr dringend noch einen weiteren hauptamtlichen Gerätewart. Außerdem müsse die Verwaltung versuchen Dinge anders zu regeln und nicht immer die Feuerwehr anzufragen, wie unter anderem tagsüber den Transport von Flüchtlingen zu übernehmen. Die Feuerwehren Land auf Land ab würden bei dem Einrichten von Flüchtlingsunterkünften schon genug belastet. Die Feuerwehr sei inzwischen an ihre Grenzen gestoßen.

Den Ausbildungsstand könne er als gut bezeichnen. 15 Aktive besuchten den Grundlehrgang, 18 den Truppführerlehrgang und 25 den Gruppenführerlehrgang oder höhere Führungslehrgänge. Zudem verfüge die Wehr über 25 Atemschutzgeräteträger, sowie 31 Personen mit einem TH-VU Lehrgang und 19 Personen mit einem Strahlenschutz oder G-ABC Einsatz Lehrgang.

Hinsichtlich des Fuhrparks stünden für die nächsten Jahre noch Ersatzbeschaffungen auf dem Plan. So für 2015 ein neues Mannschaftstransportfahrzeug und für 2018 ein neues Löschfahrzeug F 10 als Ersatz für das LF 8/6. 2019 soll noch ein Abrollbehälter Umweltschutz, in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr Darmstadt beschafft werden und ein zweites Wechselladerfahrzeug. Ein Jahr später wird der Einsatzleitwagen erneuert.

Feuerwehrgerätehaus

Nach wie vor befinde sich, so der Wehrführer, das Feuerwehrgerätehaus in einem sehr schlechten Zustand. Es lohne sich aber nicht noch viel Geld für Sanierungen zu investieren, denn das Haus sei nicht mehr Zukunftsfähig.
Für einen Neubau habe die Stadt 4,5 Millionen Euro in den Haushalt einstellen lassen. Allerdings sei für diese Maßnahme kein Investitionsjahr genannt worden. In Anbetracht dessen habe die Wehr dennoch kleinere Investitionen und Maßnahmen am Gerätehaus durchgeführt.

Erfreulich dabei sei, dass die neue Schließanlage eingetroffen ist. Bei einem Einsatz müsse jetzt keiner mehr vor der Tür stehen. Zudem könne man die Schließanlage auch in das neue Feuerwehrhaus einfach mitnehmen.

Flüchtlingswelle

Das Thema „Flüchtlingswelle“ betreffe auch in starkem Maße die Feuerwehren. Bevor man aber, wie von der Stadt eventuell angedacht, Feuerwehrhäuser zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen will, appelliere er an alle politischen Gremien sich dafür einzusetzen, die Feuerwehrhäuser zu bewahren und nicht die Einsatzbereitschaft zu gefährden. Im Übrigen würden das auch alle Stadtteilwehren so sehen.
Zwar würde er verstehen, dass die Stadt Groß-Umstadt Möglichkeiten suche, Kontingentflüchtlinge schnell und für eine Zwischenlösung unterzubringen, aber ein Feuerwehrhaus sei dafür der falsche Platz. Die Feuerwehren müssen ihre Einsatzbereitschaft für die Bürger garantieren und das könne bei einer Belegung der Feuerwehrhäuser mit Flüchtlingen nicht mehr garantiert werden.

Jugendfeuerwehr

Jugendfeuerwehrwart Felix Riess erinnerte in seinem Jahresrückblick an das erste große Highlight, das Frühjahrsturnier an dem seine Mannschaft mit Erfolg teilnahm. Bei den anderen Turnieren des Bezirks, wie dem „Drei-Fragezeichen-Turnier“, dem „Spiel ohne Grenzen“ und der Nachtwanderung war die Nachwuchsgruppe ebenfalls mit von der Partie. Recht spektakulär war auch die 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehren aus Groß-Umstadt und Otzberg, bei der die Kinder ihr Können unter Beweis stellen konnten.

Das alljährliche Zeltlager fand diesmal in Alsbach-Hähnlein statt. Die Prüfung zur Leistungsspangenabnahme bestanden drei Mitglieder der Umstädter Jugendfeuerwehr.

Im Rahmen des Oktoberfestes konnte die Jugend ebenfalls ihr Können zeigen, mit den alljährlichen Übungen auf dem Feuerwehrhof.

Aktuell, so Riess, gehören der Jugendfeuerwehr 15 Mitglieder an, 13 Jungs und zwei Mädchen. Zum Ausklang des Jahres wurde wieder eine Weihnachtsfeier veranstaltet.

Kinderfeuerwehr

Jasmin Horneff, die Leiterin der Kinderfeuerwehr, sprach in ihrem Rückblick von einem ereignisreichen Jahr. Zurzeit würden 15 Kinder betreut, davon 4 Mädchen.

Die Themen der Gruppenstunden seien sehr abwechslungsreich gewesen und gestalteten sich aus Spielenachmittag und Basteln über Schutzausrüstung, Fahrzeuge oder Knotenkunde bis zum Absetzen des Notrufes, Pflaster und Verbände anlegen und Klettern am Kletterbalken an der Drehleiter.

Besondere Momente waren die Faschingsparty im Februar, Fahrzeugkunde im März oder die Kleine Erste Hilfe im April. Ebenfalls in diesem Monat führte ein Ausflug der Kinderschar zur Haxenmühle. Dort durften die Kinder das erste Mal so richtig mit Schlauch und Wasser umgehen. Ziel war es verschiedene Fallklappen zu treffen, wobei auch schon mal nicht nur die Fallklappe getroffen wurde, sondern auch die kleinen Teilnehmer selbst. Das machte natürlich riesigen Spaß. Im Mai erkundeten die Kinder Groß-Umstadt. Unter dem Motto „Wo wohnen die Löschtiger?“ mussten die jeweiligen Straßen der Kinder gefunden werden. Dank sagte sie an dieser Stelle den hilfreichen Händen die sie bei dieser Aktion unterstützten. Bei bestem Wetter besuchte der Feuerwehrnachwuchs im Juni das Cobigolf am Schwimmbad.  Bei Sommerlichen Temperaturen im Juli war zu tollen Wasserspielen einschließlich Wasserschlacht eingeladen. Im September bekamen die Kinder Besuch von der Polizei. Diese veranstaltete mit dem Nachwuchs eine spannende Verkehrserziehung durch Groß-Umstadt. Besucht wurde auch das Maislabyrinth beim Erdbeerhof Münch. Zu Halloween schnitzten die Kinder gruslige Kürbisse.Die Brandschutzerziehung durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen, diese stand im November auf dem Plan. Mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier endete das Jahr. Als Weihnachtsgeschenk gab es für alle Mützen mit dem Löschtiger-Logo. Abschließend bedankte sich die Leiterin der Löschzwerge bei Oliver Buschmann für die tollen T-Shirts, die er den Kindern gespendet hatte.

Feuerwehrverein

In seinem Jahresrückblick konnte Philipp Ohl, Vorsitzender des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Umstadt, die Mitgliederzahl mit 881 Personen beziffern. Das habe man der umfangreichen Werbeaktion im letzten Jahr zu verdanken, mit immerhin 48 Neueintritten.

Das Jahr startete mit einer Winterwanderung nach Wenig Umstadt. Das wohl schönste Highlight des Jahres sei, so Ohl, die Fahrt zur Partnerwehr nach Burkersdorf gewesen, wo beide Feuerwehren gemeinsam die 25-jährige Partnerschaft feiern konnten.

Das Oktoberfest, als fester Bestandteil im Veranstaltungskalender, war gut frequentiert allerdings sei weiterhin eine sinkende Anzahl von Helfern zu beklagen. Deshalb gelte es an dieser Stelle nicht nur allen eigenen Helfern zu danken, sondern auch etlichen THW Helfern, welche das Fest unterstützten.

Die Aprés-Ski-Party war einmal mehr ein gesellschaftlicher Erfolg. Für ein paar Stunden herrschte Ausnahmezustand im Gerätehaus. Aber, solche Feste seien nun mal sehr personalintensiv und deshalb habe sich der Verein entschlossen, das Ganze ein wenig herunter zu fahren. So wird es künftig das Oktoberfest nur noch an 2 Tagen geben und das ohne ein großes Zelt, um die Arbeit so gering wie möglich zu halten. Mit der Weihnachtsfeier im Feuerwehrhaus klang das Jahr schließlich gesellig und harmonisch aus.

Flüchtlinge in Feuerwehrhäusern?

Bürgermeister Joachim Ruppert konnte von einem inzwischen früher als erwarteten ausgeglichen Haushalt berichten. In Zeiten einer sehr angespannten Finanzlage der Stadt mussten viele Dinge die wünschenswert gewesen wären, mit einem klaren „Nein“ abgelehnt werden. Das sei leider auch bei den Feuerwehren so gewesen. Er kenne sehr genau den Feuerwehrbedarfsentwicklungsplan bei dem in der Vergangenheit kein Geld für die Umsetzung zur Verfügung stand.
Hinsichtlich der Forderung bei städtischen Personaleinstellungen auch aktive Feuerwehrmitglieder zu berücksichtigen könne er mitteilen, dass dies schon umgesetzt wurde.

Im Februar werde die Stadt die erneute Offenlegung der Nordspange einleiten. Das diene zur weiteren Entwicklung der Kernstadt.
Zum Thema vorübergehende Unterbringung von Flüchtlingen in Feuerwehrhäusern äußerte sich der Bürgermeister ebenfalls. Es sei eine große humanitäre Katastrophe und die Menschen die gekommen seien taten dies in großer Not. Es gäbe zu diesem Thema inzwischen viele Diskussionen. Natürlich seien nicht alle Flüchtlinge problemlos und es gebe durchaus einige Konfliktpunkte, auch in Groß-Umstadt. Aber man müsse sehen, dass dies Leute sind die alles verloren hätten und hier nun Schutz suchen. Das alles sei aber kein Grund jetzt in Fremdenhass zu verfallen, wie es beispielsweise in den sozialen Medien geschehe wie Facebook. Deutschland sei nämlich eine tolerante, freiheitsliebende und demokratische Gesellschaft. Was aber Sorge mache sei die Belegungszahlen durch den Landkreis, denn es müssten für die ankommenden Flüchtlinge ja auch Unterbringungsmöglichkeiten da sein. Die Stadt habe zwar einige vorhandene Projekte und einige in Planung, aber letztere benötigten noch Zeit zur Verwirklichung. Es sei schwierig und der Stadt gingen allmählich die Ideen aus. Deshalb würde sich die Verwaltung mit dem „Plan B“ befassen und das bedeute eventuell auch eine Belegung von Gebäuden welche die Stadt im Zugriff habe. Dazu zählten auch die Feuerwehrhäuser. Wenn nämlich der Landkreis der Kommune Flüchtlinge zuweise, dann müsse man sie auch unterbringen, ob die Stadt das nun wolle oder nicht. Deshalb habe er den Stadtbrandinspektor beauftragt die Unterbringungsmöglichkeiten in Feuerwehrhäusern zu prüfen. Und er könne auch keinem Ortsvorsteher versprechen, dass vielleicht nicht irgendwo eine Halle temporär belegt werden müsse. Dies sei für den Magistrat zwar nicht die erste Wahl, aber in Notsituationen müsse gehandelt werden, sofern es keine anderen Möglichkeiten gebe. Deshalb solle auch eine Prioritätenliste hinsichtlich der Feuerwehrhäuser erstellt werden, ob eine Belegung machbar sei.
Er wisse, dass die Feuerwehrhäuser unterschiedlich strukturiert seien. In vielen Feuerwehrhäusern gebe es Räume mit Gaststättenähnlichem Charakter die als Schulungsraum wenig genutzt würden. Da wäre eine Unterbringung von Flüchtlingen eventuell möglich. Es sei natürlich nicht das was man wolle, aber man müsse zumindest darüber diskutieren können.

Grußworte

Ortsvorsteher Klaus Mahla dankte der Wehr für die ständige Bereitschaft zum Wohl der Bürger die sich auf ihre Feuerwehr verlassen könnten. Bezüglich eines Neubaus des Feuerwehrstützpunktes sei er optimistisch, denn das jetzige Gelände in der Mitte der Stadt könne man durchaus als Filetstück bezeichnen. Der Verkaufserlös wäre bestimmt ein großer Beitrag zu einem rund 4,5 Millionen teuren Neubau, zumal es dafür ja auch Zuschüsse von Land und Kreis geben dürfte.

Dekan Erhard Weilbächer übermittelte die Grüße der Kirche und meinte, dass Kameradschaft das Wichtigste innerhalb der Feuerwehr sei. Hinzu komme natürlich die qualifizierte Ausbildung für die Einsätze. Diese seien in Groß-Umstadt sehr hoch und da benötige es natürlich immer wieder geschulter Männer und Frauen.

Kreisbrandmeister Sven Steiger machte deutlich, dass die Feuerwehren landauf landab humanitäre Hilfe leisten. Allerdings in Sachen Flüchtlinge müsse durchaus die Frage berechtigt sein, was müssen dabei die Feuerwehren leisten. Müsse die Feuerwehr denn als Fahrdienst für Flüchtlinge agieren, oder Feldbetten aufbauen. Sollte die Feuerwehr nicht vielmehr Anleitung geben, damit die Flüchtlinge sich selbst helfen können, so beispielsweise beim Aufbau von Feldbetten. Über eine Brandschutzerziehung könnten die Feuerwehren das Thema Brandschutz in die Flüchtlingshäuser tragen und eventuell neue aktive Mitglieder gewinnen.

Stadtbrandinspektor Stephan Teich lobte die Nachwuchsarbeit bei der Umstädter Wehr, die sei wichtig um Kinder und Jugendliche später einmal für die Übernahme in die Einsatzabteilung fit zu machen. Dank sage er weiterhin für die Dienstübernahme beim Winzerfest und machte zugleich Werbung für Lehrgänge. Ein Neubau des Feuerwehrstützpunktes wäre natürlich wünschenswert und ein Standort könnte ja im Bereich der Nordspange sein. Bezüglich der Belegung von Feuerwehrhäusern mit Flüchtlingen hoffe er, dass sich noch andere Möglichkeiten eröffnen und dieses Notfallszenario an der Feuerwehr vorbei geht.

Ehrungen und Beförderungen

Für 10 Jahre Mitgliedschaft wurde Felix Riess mit dem Vereinsteller geehrt, eine Vereinskachel bekam Uwe Meitzler für 20 Jahre Mitgliedschaft überreicht, eine Uhr bekam Pressesprecher Thomas Neumann für 25 Jahre Mitgliedschaft, einen Krug erhielt Joachim Rausch für 30-jährige Mitgliedschaft und ebenfalls über einen stattlichen Krug freuen durfte sich Dieter Vonderheidt für 40 Jahre Mitgliedschaft.

Julian Kopp durfte sich über die Beförderung zum Feuerwehrmann freuen. Zu Hauptfeuerwehrmännern wurden Felix Riess und Oliver Fornoff befördert. Vereinsvorsitzender Philipp Ohl trägt jetzt den Titel eines Oberlöschmeisters. Jochen Schick wurde für 25 Jahre Dienst mit dem silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande ausgezeichnet, zuzüglich einer entsprechenden Ehrung der Stadt Groß-Umstadt. Michael Kosch erhielt die bronzene Katastrophenschutzmedaille für 10 Jahre aktiven Dienst.

Quelle Text: Karl Johmann
Quelle Fotos: Feuerwehr Groß-Umstadt

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