Jahreshauptversammlung am 7. Februar

Jahreshauptversammlung 2014Die gemeinsame, jährliche Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Umstadt/Mitte fand am Freitag, dem 7. Februar im Feuerwehrgerätehaus statt.

Einsatzabteilung

Wehrführer Christian Karn, der vor einem Jahr dieses Amt übernommen hatte, konnte von 107 Einsätzen berichten. Diese gliederten sich in 27 Brandeinsätze, 57 Hilfeleistungseinsätze und 23 Fehlalarme. Hinzu kamen noch 4 Brandsicherheitsdienste an verschiedenen Veranstaltungen und 6 Brandschutzerziehungen. Zu den größeren Einsätzen zählte der Einsatz beim Hochwasser in Dresden und der Wohnhausbrand in Heubach. Zurzeit verfüge die Einsatzabteilung über 56 aktive Mitglieder. Diese unterteilen sich in 3 Frauen und 53 Männer. Allerdings gab es einige Fluktuationen. Fünf Austritte stehen 4 Neueintritte gegenüber, zudem konnte ein Jugendlicher aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden.

Die Feuerwehr verfüge zwar, so der Wehrführer weiter, über einen hauptamtlichen Gerätewart, aber das genüge auf Dauer nicht. Es werde dringend ein zweiter benötigt. Den Ausbildungsstand bezeichne er als gut, was unter anderem die zahlreichen Gruppenführerlehrgänge bewiesen oder die ausgebildeten 23 Atemschutzgeräteträger. Insgesamt hatten sich im zurückliegenden Jahr hätten sich 37 Personen für 93 Lehrgänge und Seminare angemeldet. Es gab einige Einsatzübungen mit Wehren aus den Stadtteilen sowie wieder die Traditionsübungen mit der Werksfeuerwehr Resopal und der Feuerwehr Höchst.

Auch wurde an einer Alarmübung am Kreiskrankenhaus teilgenommen. Hier monierte der Wehrführer, dass bei dieser Übung vom Planer vieles zu sehr verplant war. Jeder Trupp hatte schon ganz genaue Vorgaben und den Gruppenführern sei somit jeder Handlungsraum genommen worden. Ebenso hätten zu viele Beobachter „rumgestanden“, die nur die Einsatzkräfte irritierten. Ein anderes Problem war, dass die Übung einfach unterbrochen wurde und Führungskräfte wie kleine Schuljungen von einem Übungsbeobachter angeschriehen wurden.

Den Fahrzeugbestand bezifferte Karn auf  10 Kommunalfahrzeuge und Abrollbehälter, darunter 1 Einsatzleitwagen, 3 Löschfahrzeuge, 1 Hubrettungsfahrzeug, 2 Rüst- und Gerätewagen, 1 Wechselladerfahrzeug, 1 Abrollbehälter Logistik und 1 Manschaftstransportfahrzeug, das durch den Feuerwehrverein beschafft wurde. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg stationiert zusätzlich noch 4 Einsatzfahrzeuge und Abrollbehälter bei uns, darunter 1 Messfahrzeug, 2 Dekontaminationsfahrzeuge und 1 Abrollbehälter Hochwasserschutz. Drei Fahrzeuge werden den Fuhrpark verlassen, dafür kommt ein jetzt ein Hilfeleistungslöschfahrzeug in die Garage. Nicht zufrieden ist die Wehr mit der Qualität der teuren Drehleiter. Karn meinte dazu, so oft wie dieses Fahrzeug in der Werkstatt gewesen sei, hätte es locker wesentlich ältere Fahrzeuge in der Ausfall-Statistik „überholt“.

Das Feuerwehrgerätehaus wäre weiterhin eine unendliche Geschichte mit bisher keinem glücklichen Ausgang. Es sei in einem sehr schlechten Zustand. Es müsse ein Neubau ins Auge gefasst werden. Das aber könne vielleicht erst in 10 Jahren realisiert werden, so das Fazit nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister. Den bisherigen Standort müsste die Wehr dann allerdings verlassen. Bis dahin sollte die Stadt wenigstens noch einige dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen vornehmen. In Eigenhilfe habe die Bauunterhaltung der Feuerwehr inzwischen das Dach repariert. In den Fahrzeughallen wurden alle defekten Fliesen ausgetauscht und zahlreiche weitere begleitende Maßnahmen vorgenommen.

Jugendfeuerwehr

Für Jugendfeuerwehrwart Carlos Mendes war es der letzte Bericht, denn sein Amt übernahm inzwischen Thomas Junker, zu dessem Stellvertreter wurde Jan Duschek ernannt.

Mendes berichtete in seinem Rückblick vom Frühjahrturnier in der „Heinrich Klein Halle“, bei dem die Jugendfeuerwehr Groß-Umstadt Platz 2 belegte. Sehr unterhaltsam gestaltete sich das jährliche Zeltlager. Auch kam es wieder zu einer 24-Stunden-Übung, bei der den Kindern und Jugendlichen spielerisch der Alltag einer Berufsfeuerwehr nahe gebracht wurde. Zusammen mit den Jugendfeuerwehren aus sieben Stadtteilen kam es dabei zu zahlreichen Übungen.

Eine weitere Veranstaltung im August ermöglichte dem Nachwuchs der Umstädter GSL-Chor.  Dieser hatte eine Wette mit dem DM-Drogeriemarkt abgeschlossen. Die Aufgabe bestand darin 100 Stimmen zu finden, die gemeinsam vorgegebene Lieder singen. Als Wettpartner suchte sich der Chor die Jugendfeuerwehr aus. Am Ende gewann man die Wette, wofür es einen Spendenscheck über 400 Euro gab. Bei der Nachtwanderung in Wiebelsbach erzielte die Jugend einen zweiten Platz. Die Weihnachtsfeier fand im Bowlingcenter in Dieburg statt.

Feuerwehrverein

Vereinsvorsitzender Philipp Ohl machte in seinem Jahresrückblick zunächst deutlich, dass ihm der zu registrierende Mitgliederschwund doch einige Sorgen bereite. Die Tendenz, dass immer weniger Leute die Feuerwehr unterstützen wollen setze sich also fort. Hier müsse die Feuerwehr gegensteuern und das sei eine Aufgabe für die Zukunft.

Aber, so der Vorsitzende, es gäbe auch Positives zu berichten. Als Beispiel nannte er die Aufräumaktion und die Neugestaltung der Spinde an der sich viele Einsatzkräfte und Vereinsmitglieder beteiligten. Das Oktoberfest der Feuerwehr sei zwar eine schöne Tradition, aber von Jahr zu Jahr immer schwieriger zu stemmen. Drei Tage Aufbau, drei Tage Festbetrieb, drei Tage Abbau und 431 geleistete Stunden an Biertheke, Essensstand, Kuchentheke oder Bar bedeute eine riesige logistische Herausforderung. Erstmals führte die Feuerwehr eine Aprés-Ski Party durch und das, wie Ohl resümierte, mit großem Erfolg.

Viel Spaß hatte eine Abordnung beim Besuch der Partnerwehr in Burkersdorf. Gelungen war auch die Weihnachtsfeier zum Jahresabschluss. Abschließend bedanke er sich bei allen, welche die Arbeit der Feuerwehrwehr unterstützten. Nur gemeinsam sei man stark und dieses Motto sollte auch das Jahr 2014 begleiten.

Grußworte

Dekan Erhard Weilbächer übermittelte die Grüße der Kirchengemeinde. Dass der Feuerwehrdienst freiwillig sei und ein Segen für die Allgemeinheit, das müsse in der Bevölkerung noch stärker verankert werden.

Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Dieter Pabst lobte die Einführung des digitalen Funks. Bisher, so Pabst, sei er mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Bezüglich der Übung am Kreiskrankenhaus war auch er der Meinung es müsse nicht alles haargenau vorbereitet werden. Im vergangenen Jahr hätten die Kreisfeuerwehren 264 Verletzte versorgt, darunter auch 11 Feuerwehrleute. Leider musste der Tod von 24 Personen beklagt werden die nicht mehr gerettet werden konnten.

Der stellvertretende Stadtbrandinspektor Florian Frühwein dankte der Wehr für die geleistete Arbeit. Auch er war zudem der Meinung, der neue Digitalfunk werde immer besser, je mehr sich die Einsatzkräfte damit befassten. Außerdem las er ein Schreiben einer Frau vor, die 2012 einen schweren Unfall auf der B 45 bei Umstadt hatte (Damals wurde die Fahrbahn erneuert). Sie könne dank der schnellen Hilfe wieder ihren Geburtstag feiern. Als Dank ließ sie den Feuerwehren Groß-Umstadt, Wiebelsbach und Heubach je einen Scheck zukommen. Das, so Frühwein, erlebe man als Feuerwehrmann leider viel zu selten. 

Bürgermeister Joachim Ruppert meinte, die Stadt sei stolz auf ihre Wehr. Natürlich wisse er  um all die Probleme die angesprochen wurden, aber die Stadt befinde sich seit den Zeiten der Finanzkrise in einer schwierigen finanziellen Lage. Inzwischen habe der Staat zwar wieder genügend Geld aber die Verteilung sei anders. Das betreffe auch die Kommune Groß-Umstadt. Das Land entnehme der Stadtkasse 360 Millionen Euro und im Gleichklang sei auch die Kreisumlage für die Kommunen gestiegen. Diesen Aufgaben könne sich die Stadt natürlich nicht entziehen. Leider würde es bei der Verteilung der Finanzmittel an Groß-Umstadt keine Rolle spielen, dass Groß-Umstadt auch acht Stadteile habe. Damit natürlich auch nicht nur einen Friedhof, wie beispielsweise in Dieburg und nicht nur eine Feuerwehr.

Inzwischen sei die Verwaltung beim Sparen auf einem guten Weg. Musste im zurückliegenden Jahr 1,7 Millionen Defizit hingenommen werden war dies schon ein Erfolg, denn zuvor waren es 2,1 Millionen. In diesem Jahr rechne die Stadt mit einem Defizit von 1,2 Millionen. Aber je mehr man sich dem Ziel nähere umso schwieriger werde es weitere Einsparpotenziale zu finden. Jeder sei für das Sparen, allerdings dann immer bei den Anderen. Außerdem gebe es bei dem bestehenden Haushaltsdefizit immer noch genügend Wünsche und Forderungen. Die Stadt beteilige sich natürlich ebenfalls am Sparprogramm und deshalb bestehe auch seit geraumer Zeit Einstellungsstopp. 

Auch die Feuerwehren stünden auf dem Prüfstand, allerdings müsse seitens der Kommune der Brandschutz gegenüber der Bevölkerung gewährleistet sein. Und das habe die Politik in Groß-Umstadt bisher immer mitgetragen. Deshalb sei es wichtig, dass beide Seiten im Dialog bleiben, wie jetzt beim Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehren, der inzwischen auf dem Beratungstisch liege.

Ehrungen und Beförderungen

Ihre offizielle Ernennungsurkunde erhielten aus der Hand des Stadtoberhaupts Wehrführer Christian Karn und sein Stellvertreter Boris Orth.

Der neue Wehrführer nahm die Gelegenheit wahr, nochmals den Vorgängern Dieter Vonderheidt und Peter Götz für ihre 10-jährige Vorstandsarbeit zu danken. Beide seien ein Vorbild für alle Feuerwehrleute.

Zum Feuerwehrmann befördert wurde anschließend Dennis Baron, zum Hauptfeuerwehrmann Marcel Loos und zum Löschmeister Jan Duschek. Philipp Ohl und Boris Orth erhielten für ihren Hochwassereinsatz in Dresden den Sächsischen Flutwasserorden.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft ehrte die Feuerwehr Michael Kosch, seit 30 Jahren dabei sind Georg Bernhard Weber, Werner Hillerich und Bernhard Hillerich. 40 Jahre Mitglied sind Karlheinz Wilbert und Willi Frieß. 50 Jahre gehören der Feuerwehr an: Kurt Millmann und Helmut Köbler. Sie wurden ebenso mit dem Ehrenzeichen des Hessischen Feuerwehrverbandes in Gold ausgezeichnet wie Wilhelm Vonderheidt und Willi Hillerich, die der Feuerwehr nun schon seit 60 Jahren verbunden sind.

Quelle Text: Karl Johmann
Quelle Fotos: FF Groß-Umstadt & Karl Johmann

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