Feuerwehruniformen auf dem Laufsteg

Akademischer Abend„Jugendfeuerwehr damals und heute“ Motto bei Jubiläumsfeier
Viel Mühe hatten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Groß-Umstadt/ Mitte gegeben, um ihren Gästen anlässlich des 50jährigen Jubiläums ein tolles Programm zu bieten.

Mit amüsantem Blick in die Chronik, vielerlei Sketchen und Aufführungen sowie einer originellen Modenschau unter dem Motto „Jugendfeuerwehr damals und heute“ geriet die Akademische Feier im Forum S der Sparkasse zu einem vollen Erfolg. Neben zahlreichen Eltern konnten dazu viele Ehrengäste aus Feuerwehr und Politik begrüßt werden.

Viele Wochen hatten die Jugendlichen unter Anleitung ihres engagierten Betreuerteams gebastelt, geprobt und mit großem Eifer Etliches für diesen Abend vorbereitet, um in heiterem Rahmen die vergangenen 50 Jahre Revue passieren zu lassen. Am Ende warteten ein alkoholfreier Umtrunk und Snacks auf alle Gäste, die von den Darbietungen und der Art und Weise, wie die Jugendlichen in der Vergangenheit gestöbert hatten, sichtlich begeistert waren. Und manch einer der Anwesenden mochte sich noch an die Gründungszeit erinnern.

Diese Gründung der Umstädter Jugendfeuerwehr am 12. Mai 1962 bezeichnete Bürgermeister Joachim Ruppert als „sehr wegweisend und wichtig“. Zwar sei heute eine andere Zeit und manches schwieriger geworden, doch „die Bürger zählen auf euch“ machte er den jungen Leuten Mut, deren Familien auch hinter ihnen stünden, wie er lobte. Die meisten der Erwachsenen-Wehr kämen schließlich aus der Jugend. „Feuerwehr fordert etwas ganz Besonderes, nämlich, immer dabei zu bleiben. Man lernt etwas, was man im Leben braucht, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn es nicht immer genügend gedankt wird“, würdigte das Stadtoberhaupt, dem es bei dieser Truppe „um die Stadt nicht bang ist“.

Landtagsabgeordneter Manfred Pentz lud die Jugendfeuerwehrmitglieder nach Wiesbaden ein, um sie dort im Landtag zu bewirten. „Die Stadt kann sehr stolz sein auf diese 50 Jahre. Ihr seid sehr gut aufgestellt.“ Gern erinnere er sich an die eigene Zeit in der Jugendfeuerwehr Groß-Zimmern, die „mich ein Stück weit geprägt hat und mich langsam erwachsen werden ließ“. Die Begeisterung für die Feuerwehr werde an diesem Abend gut rüber gebracht, fand auch Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück in Vertretung des Landrats und wies darauf hin, wie wichtig es sei, eine aktive Feuerwehr zu haben, damit entsprechend Nachwuchs nachkomme. Groß-Umstadt sei immer eine Reise wert, sagte Dieter Pabst, stellvertretender Kreisbrandinspektor, und 50 Jahre Jugendfeuerwehr sehr selten im Landkreis. „Sie können stolz sein.“ 99 Prozent der Führungskräfte auch aus den Stadtteilen kämen aus der Jugendfeuerwehr.Akademischer Abend

Auf unterhaltsame Weise präsentierte dann Jugendfeuerwehrwart Carlos Pereira Mendes im Wechselspiel mit dem als Feuerwehr-Hausmeister agierenden Philipp Ohl einige Meilensteine der Chronik. „Phänomenal“ fand Manuel Feick, Kreisjugendfeuerwehrwart, „was heute hier alles auf die Beine gestellt wurde“. Groß-Umstadt mache seinem Ruf wieder alle Ehre. Als Schwerpunkt und Bedeutung dessen, was Jugendfeuerwehrleute heutzutage leisten, nannte er die 69 Jugendfeuerwehren im Landkreis und bedankte sich auch bei allen, die sie ausgebaut und geführt haben. Jugendfeuerwehrwart zu sein bedeute, die Stärke zu haben, anderen aus einer Not heraus zu helfen, „menschliche Werte und Ideale an euch weiter zu geben“, sagte er an die Jugendlichen gerichtet und riet ihnen, „das, was man tun muss, ständig zu überprüfen“. Jugendfeuerwehr bezeichnete Feick als „aktive Zukunftssicherung“. Das bestehende Feuerwehrsystem aufrecht zu erhalten, betrachte er auch als kommunale Pflichtaufgabe. Mehr denn je müssten Entscheidungsträger dafür sensibilisiert werden: „Ehrenamt ist eben nicht gleich Ehrenamt. Hier werden Ehrenamtliche ausgebildet, ihr eigenes Leben zu riskieren und das unentgeltlich.“

Groß-Umstadts Stadtbrandinspektor Stephan Teich erinnerte sich an seine Zeit bei der Jugendfeuerwehr, die unter den vielen anderen Aktivitäten seiner Jugendzeit schließlich „gewonnen“ habe. „Teamarbeit ist ganz wichtig“, wie man auch an diesem Abend gesehen habe. „Carlos, du hast eine sehr gute Truppe. Alle 18 werden hoffentlich einmal übernommen“. Dann sei der Sinn und Zweck der Jugendfeuerwehr erfüllt, Nachwuchs für die einzelnen Abteilungen zu schaffen. Die Grüße aller acht weiteren Jugendfeuerwehren der Stadtteile überbrachte René Fäth, der auch den beteiligten Eltern ein großes Interesse bescheinigte. Den direkten Draht wolle er zu den Jugendlichen pflegen, von denen allein im Jahr 2011 insgesamt 135 hinzugekommen seien, „eine hohe Zahl von Neueintritten“.

Nicht zuletzt von Seiten der Sparkasse Dieburg, die ja auch den Raum zur Verfügung gestellt hatte, ging ein warmer Geldregen über den stolzen Feuerwehrnachwuchs und dessen Betreuer nieder. Es gelte unbedingt, diese Nachwuchsquelle zu fördern, erklärte Mario Walter, ob nun in Form von Jacken, Fahrzeugen oder wie heute Geld, vielleicht für ein neues Zelt. Das Schönste bei all den Reden und Grußworten schien jedoch die spontane Reaktion auf die überreichten Gutscheine zum Eisessen zu sein, Freude darüber aus vollem Herzen beim gesamten Feuerwehrnachwuchs.

Quelle Text: Dorothee Dorschel
Bilder: Feuerwehr Groß-Umstadt

 

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