Jugendfeuerwehren veranstalten 24h-Übung

24h-Übung der JugendfeuerwehrenEin lauter Piepton schallt durch das Feuerwehrhaus und signalisiert so, dass wieder einmal irgendwo die Feuerwehr gebraucht wird. Schnell sind die Fahrzeuge besetzt und verlassen ihre Halle auf dem Weg zum Einsatzort.

Doch diejenigen, die auf diesen Fahrzeugen sitzen, sind nicht dieselben, die sonst in den Ortschaften Brände löschen, die Ölspur beseitigen oder einfach nur eine Unfallstelle absichern.

Nicht nur die Gesichter sind andere, auch die Kleidung wechselt von Schwarz mit gelbem Helm zu Blau mit Orange: die 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehren Kleestadt, Klein-Umstadt, Richen, Groß-Umstadt und Semd ist in vollem Gange.

Dieses Großevent für alle Jugendliche startete am 7. Mai um zwölf Uhr mittags und endete am darauffolgenden Tag zur selben Zeit. Während dieser Zeit versuchten die Betreuerteams der einzelnen Feuerwehren, das Leben als Feuerwehrmann und die Praxis während der Einsätze den Jugendlichen so gut wie möglich darzustellen und näherzubringen.
Nachdem das Gepäck für die Nacht und den nächsten Tag in den Feuerwehrhäusern verstaut war, wartete man schon gespannt auf den ersten Einsatz. Diesen erwartete mit einem simulierten Brand die JF Semd um 12:58 Uhr, während sich die Jugendfeuerwehren Kleestadt, Klein-Umstadt und Groß-Umstadt noch einmal im Stützpunkt in die Theorie vertieften. Als diese aufgefrischt war, erwartete die JF Groß-Umstadt ein PKW-Brand am Schwimmbad, während sich die Jugendlichen aus Semd und Richen im Unterricht zu den Feuerwehrdienstvorschriften konzentrieren mussten.

Alle Geduld wurde um 15:30 Uhr belohnt, als der Ruf zu einem gemeinsamen Brandeinsatz an der Ernst-Reuter-Schule in den einzelnen Feuerwehrhäusern einging. Schnell waren die jugendlichen Einsatzkräfte vor Ort und größere Schäden konnten abgewendet werden, sodass die Schule nach dem Wochenende wieder gefahrlos betreten werden konnte.
Ein so anstrengender Großeinsatz erfordert zunächst eine Stärkung in Form von Pizza oder Hamburger, die alle gerne entgegen nahmen. Das gemütliche Zusammensein wurde um 18:05 Uhr für die JF Kleestadt und Klein-Umstadt jäh unterbrochen, als es eine Ölspur in Höhe des Kleestädter Sportplatzes zu beseitigen galt, die ein unachtsamer Autofahrer hinterlassen hatte.
Mehr Feingefühl musste die JF Groß-Umstadt etwa eine Stunde später beweisen: eine Person drohte vom Dach eines Gebäudes der Geiersbergschule zu springen. Etwa zur gleichen Zeit wurden die JF Richen und Semd zu einem Hilfeleistungseinsatz gerufen, nachdem in der Firma Blitz in Richen eine Person in eine Grube gefallen war.

Noch sollte für die Jugendlichen aber keine Ruhe an diesem Tag einkehren. Denn auf dem Binselberg wurden einige Personen vermisst. Die Folge war ein erneuter Großeinsatz für alle beteiligten Jugendfeuerwehren um 21:35 Uhr. Nachdem die Suchtrupps das gesamte Gebiet durchkämmt hatten, konnten aber alle Dummies unversehrt aufgefunden werden. Den Rest des Abends fieberten die Jugendlichen leidenschaftlich bei dem DSDS-Finale mit oder vertrieben sich die Zeit mit Kartenspielen, bevor die Nachtruhe eintrat.

Diese hatte für Klein-Umstadt und Kleestadt um 6:58 ein Ende, da am DRK-Heim Kleestadt ein Fahrzeug brannte. Das hieß schnellstmöglich ein Schaumrohr zum Angriff vorbereiten. Die Jugendfeuerwehr Groß-Umstadt durfte noch eine halbe Stunde länger schlafen, ehe die Brandmeldeanlage der Firma EMS Alarm schlug. Nach den Aufregungen in den Einsätzen wurde das verdiente Frühstück in Angriff genommen.

Dass es traditionell eine riesige Abschlussübung gab, war allen Jugendlichen klar. Die Frage war nur (wie das gesamte Wochenende über): wann? Diese Frage wurde um 9:40 beantwortet. Mehrere Trupps aller Jugendfeuerwehren mussten mit ihren Strahlrohren die Gebäude der Firma Pentac löschen, die große Herausforderung der Wasserversorgung lösten unsere gut ausgebildeten Jugendlichen souverän, die Betreuer wurden an die Bedienung der Pumpen zurückgedrängt und beobachteten ihre Schützlinge stolz. 

Nachdem der fiktive Großbrand gelöscht war, fuhren alle eingesetzten Fahrzeuge an den Stützpunkt in Groß-Umstadt und wurden gesäubert, ebenso wie die gebrauchten Geräte sorgfältig wieder auf einen nächsten Einsatz vorbereitet wurden. Währenddessen wurden Steaks und Würstchen gegrillt, die uns Herr Herbert Sindlhauser von der Firma Pentac gespendet hatte, dafür an dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön. Als jeder sein Mittagessen in der gemütlichen Atmosphäre zu sich genommen hatte, riefen die Jugendfeuerwehrwarte zum Aufbruch in die eigenen Gerätehäuser, wo die Jungendlichen ihr Gepäck abholten und sich der Erschöpfung nach diesen 24 Stunden kaum noch erwehren konnten.

Die Bilanz für uns Betreuer war, dass unsere Jugendlichen einen starken Willen zeigen, im Team und Hand in Hand zu arbeiten. Durch das Arbeiten über Ortsgrenzen hinaus wurden zusätzliche kameradschaftliche Bande geknüpft, die an anderen Aktionen der Jugendfeuerwehren weiter verstärkt werden können. Die Begeisterung sprach die ganze Zeit über aus jedem einzelnen Gesicht und wird wohl bis zur nächsten 24h-Übung in zwei Jahren anhalten. Bedanken möchte sich die Stadtjugendfeuerwehr Groß-Umstadt bei allen, die diese Aktion durch Bereitstellen der Einsatzorte ermöglichten. Sie als Bürger dürfen sich ruhig jetzt schon an den Anblick dieser neuen Gesichter gewöhnen, sie dürften ihnen noch öfters begegnen!

Christian Vogel

 

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