Moderne Technik ersetzt Museumsstück

Übergabe Abrollbehälter DekonDie letzte Dienstfahrt hat das Dekontaminations-Fahrzeug (DMF) wohl am Montagabend hinter sich gebracht.

Die Umstädter Katastrophenschützer haben viele Jahre mit dem alten MAN-Lastkraftwagen gearbeitet. „Das Fahrzeug ist mit seinen 36 Jahren älter als ich“, sagte Groß-Umstadts Stadtbrandinspektor Stephan Teich.

Als Nachfolger erhält die Umstädter Feuerwehr nun den Abrollbehälter AB-Dekon. Der alte MAN durfte zur letzten Fahrt für die Feuerwehr, um dem „Neuen“ gegenübergestellt werden.

Der Dekontamination diente der alte LKW und wird das neue Equipement dienen. Landrat Klaus Peter Schellhaas, der Teich den Schlüssel für den neuen Rollcontainer AB-Dekon übergab, erinnerte an die Gefährdungspotenziale auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Da steht zum einen immer noch das Atomkraftwerk in Biblis. Auch hier könnte es noch zu Schäden kommen, „schließlich haben wir in diesem Jahr gelernt, dass wir in einem potenziellen Erdbebengebiet leben“. Zum anderen gäbe es noch andere Gefahren wie aktuell die Vogelgrippe, aber auch Seuchen wie Ebola. „Es gilt den Menschen zu schützen, das ist das, was uns umtreibt.“

80.000 Euro hat der Abrollbehälter gekostet, der nicht nur auf dem neuesten Stand der Technik, sondern auch viel flexibler handhabbar ist. „Wir haben mehrere Abrollbehälter im Landkreis mit unterschiedlichen Funktionen, wie Hochwasserschutz oder Logistik, alle können mit der Wechselladertechnik auf ein extra Fahrzeug verbracht werden“, so Teich. Vor allen Dingen sei die Ausstattung dem heutigen Stand angepasst. Die Zelte seien viel schneller aufzubauen, das gelte auch für die Duschen, unter die sich kontaminierte Personen zu begeben haben. Messgeräte befinden sich im AB-Dekon, aber auch Ersatzkleidung für Personen, die mit Erregern oder Strahlung in Kontakt gekommen sind.

Sieben Hallen sind im Landkreis ausgewählt, um nach einer Dekontamination die betroffenen Personen aufnehmen zu können. Dazu zählen beispielsweise in Groß-Umstadt die Ernst-Reuter-Schule und in Babenhausen die Joachim-Schumann-Schule. „Diese Hallen sind beplant und wir haben hier auch schon Übungen abgehalten, sollte in anderen Ortschaften ein Schadensereignis eintreten, wählt man eventuell eine andere Sporthalle“, so Kreisbrandinspektor Ralph Stühling.

Nach dem alten Fahrzeug leckten sich nach Auskunft von Landrat Schellhaas schon Museen die Finger. Aber bei Behörden ist alles nicht so einfach. Der alte MAN muss nun geschätzt werden, welchen Wert er noch hat. „Ob das Interesse noch so groß ist, wenn die Museen erfahren, dass die früher fest eingebaute Einrichtung ausgebaut und zum Teil im AB-Dekon eingebaut wurde, muss man sehen“, relativiert Kreisbrandinspektor Stühling. Aber verkaufen wird man den alten LKW mit Sicherheit. Schließlich hat er erst 26.000 Kilometer auf dem Tachostand. „Der LKW-Motor ist eigentlich nie richtig warm geworden.“

Quelle Text & Fotos: Ulrike Bernauer