Gemeinschaftsübung mit FF Richen

Übung Gymnasium"Bestätigter Brand mit Menschenleben in Gefahr" so lautete das Stichwort für die gemeinsame Übung der Stützpunktfeuerwehr Groß-Umstadt/Mitte und der Feuerwehr Groß-Umstadt/Richen.

Ein Alarmstichwort, dass nicht nur bei den beteiligten Einsatzkräften der Feuerwehr  den Pulsschlag maßgeblich erhöhen dürfte.

Die Übungsleitung hatte sich für die Gemeinschaftsübung ein besonderes Objekt herausgesucht. Angenommen wurde ein Brand im Max-Planck-Gymnasium in der Realschulstraße.
 
Gegen 19:30 Uhr steigen aus dem Dachstuhlbereich des Altbaus dichte Rauchschwaden aus den Fenstern. Hilferufe schallen über den Schulhof. Geistesgegenwärtig wird der Notruf abgesetzt und die Feuerwehr alarmiert. Parallel beginnen die Lehrkräfte damit, die Schülerinnen und Schüler aus den Klassenräumen zu den vorgesehenen Sammelplätzen zu führen.
 
Kurz darauf treffen bereits die ersten Einsatzkräfte der Stützpunktfeuerwehr an der Schule ein. Der Zugführer stürmt aus dem Einsatzleitwagen und eilt zusammen mit dem Fahrzeugführer des Hilfeleistungslöschfahrzeuges zur Erkundung ins Gebäude. Dort treffen sie auf den Sicherheitsbeauftragten der Schule, der erste Auskünfte über den Brandherd und die Anzahl der vermissten Personen gibt.

Blitzschnell werden im Folgenden Entscheidungen getroffen: Der Einsatzleitwagen wird auf dem Schulhof positioniert. Die mittlerweile eingetroffene Drehleiter bereitet sich auf die Rettung von Personen aus dem brennenden Obergeschoss vor. Das Tanklöschfahrzeug baut eine Wasserversorgung auf und bereitet einen Brandangriff über den Korb der Drehleiter vor. Zur selben Zeit wird der Angriffstrupp des Hilfeleistungslöschfahrzeuges, der sich bereits während der Anfahrt mit Atemschutz ausgerüstet hat, zur Personensuche ins zweite Obergeschoss beordert.

Mittlerweile ist klar, der Brand ist dort in einem Klassensaal ausgebrochen. Eine Schülergruppe, die zu diesem Zeitpunkt in dem Geschoss Unterricht hatte, wird vermisst – ihnen wird vermutlich die Flucht aus dem Gebäude durch den immer dichter werdenden Rauch versperrt. Die genaue Anzahl der noch im Gebäude befindlichen Personen ist immer noch nicht bekannt. Durch den Einsatzleiter wird daraufhin Alarm für die Feuerwehr aus Richen ausgelöst. Diese trifft kurze Zeit später zeitgleich mit dem Löschgruppenfahrzeug der Kernstadtwehr ein. Weitere Atemschutztrupps rüsten sich aus und stürmen vollgepackt mit  Schläuchen, Tragen und sogenannten Brandfluchthauben – diese können im Brandfall den eingeschlossenen Personen über den Kopf gezogen werden und bieten somit einen Grundschutz gegen den beißenden Qualm – ins Gebäude. Für die Trupps unter Atemschutz beginnt nun die Schwerstarbeit.  Beladen mit 30kg Ausrüstung müssen sie das komplette Geschoss nach den vermissten Personen durchsuchen. Neben dem zusätzlichen Gewicht der Ausrüstung sorgen auch die Hitze in den Feuerwehranzügen sowie die sehr geringe Sichtweite für erhebliche Beeinträchtigungen.
 
Doch die Anstrengungen werden alsbald belohnt. Eine Person nach der anderen kann aus dem verqualmten Bereich gerettet werden. Simultan zur Menschenrettung lokalisiert ein Trupp den Brandherd und beginnt mit dem Ablöschen des Feuers. Unter Einsatz eines Hochleistungslüfters gelingt es, innerhalb kürzester Zeit,  den giftigen Qualm aus dem Gebäude zu drücken. Wenig später kann der Einsatzleitung „Feuer aus“ gemeldet werden. Alle vermissten Personen wurden gerettet und in Sicherheit gebracht. In der anschließenden Übungsbesprechung bescheinigt die Übungsleitung der Feuerwehr eine tadellose Arbeit. Alle gesteckten Ziele wurden erreicht und die Zusammenarbeit der einzelnen Einheiten hat durchwegs gut funktioniert. Nachdem die Fahrzeuge und Gerätschaften wieder einsatzbereit gemacht wurden, lud der Feuerwehrverein Groß-Umstadt/Mitte die beteiligten Kräfte noch zu Speis und Trank in den Feuerwehrstützpunkt ein. Die Stützpunktfeuerwehr Groß-Umstadt/Mitte bedankt sich auf diesem Wege recht herzlich bei der Schulleitung des Max-Planck-Gymnasiums für die zur Verfügung Stellung des Areals. Ein herzlicher Dank gilt auch dem Sicherheitsbeauftragten der Schule, Herr Düll für die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit sowie den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr für die Darstellung der „vermissten“ Schüler.

 

[ zurück ]