Katastrophenschutzübung Gefahrgutunfall

Katastrophenschutzübung 10.03.2012Eine große Katastrophenschutzübung fand am vergangenen Samstag auf der K117 bei Otzberg/Habitzheim statt. Angenommen wurde ein Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten.

Der 1. GABC-Zug und Mitglieder der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Umstadt/Mitte nahmen an der groß angelegten Übung teil.

Gegen 9.00 Uhr ist es auf der K117 zwischen Habitzheim und B426 (Unnötig) am Viadukt zu einem Verkehrsunfall gekommen. Ein mit zwei Personen besetzter Pkw ist aus Richtung B426 kommend in den Brückenpfeiler geknallt. Durch die Wucht des Aufpralls ist das Fahrzeug umgekippt und auf der Fahrerseite zum liegen gekommen. Nachfolgende Fahrzeuge konnten nicht rechtzeitig anhalten und fuhren in die Unfallstelle auf.

Beim Eintreffen der Feuerwehr lagen einige der Fahrzeuginsassen am Boden rund um die Einsatzstelle verteilt, andere waren noch in den Fahrzeugen verblieben. Die beiden Insassen des auf der Seite liegenden Pkw wurden in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Rund um die Einsatzstelle sind Verunreinigungen einer unbekannten Flüssigkeit zu erkennen, einhergehend mit der Kontamination der in diesem Bereich befindlichen Personen. Die Dämpfe der ausgetretenen Flüssigkeit bildet eine stark riechende Wolke, die sich in Richtung B426 ausbreitet.

Bei der Erkundung durch die Feuerwehr stellt sich heraus, dass es sich bei den Verunreinigungen um einen Gefahrstoff (UN Stoffnummer 1150) handelt. Weitere Erkundungen ergeben, dass dieser durch eine Leckage an einem Behälter eines Kesselwagens der Stoff verteilt wurde. Der Zug befuhr die Bahnstrecke zwischen Lengfeld nach Reinheim kurz vor dem Unfall. Von der über dem Viadukt verlaufenden Bahnstrecke tropfte diese Flüssigkeit auf die darunterliegende Straße und führte zu dem folgenschweren Verkehrsunfall mit insgesamt vier Fahrzeugen.

Bei Einsatzlagen mit Gefahrgut kommt die sogenannte GAMS Regel (Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung, Spezialkräfte anfordern) zum Einsatz.

Bei dem im Szenario angenommenen Stoff handelte es sich um Dichlorethylen.

Dichlorethylen ist leicht entzündbarer flüssiger Stoff. Es entwickelt gefährliche Dämpfe die narkotisierend wirken und zu Bewusstlosigkeit führen, sowie mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Als Eigenschutz für die Einsatzkräfte im unmittelbaren Gefahrenbereich gilt zusätzlich zur persönlichen Schutzausrüstung ein umluftunabhängiger Atemschutz sowie Chemikalienbeständige Kleidung bei Kontaminationsgefahr.

Zur Abarbeitung dieses Übungsszenarios waren rund 120 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Otzberg (ELZ 17) und Reinheim (ELZ 19), der GABC-Zug der FF Groß-Umstadt, der 1. Betreuungszug der Johanniter Unfallhilfe Darmstadt-Dieburg, der 1. Sanitätszug des Deutschen Roten Kreuzes sowie zwei Rettungswagen des DRK OV Groß-Umstadt an der Übung beteiligt. Zur Darstellung der Verletzten wurden 27 Statisten an der Einsatzstelle verteilt. Übungsbeobachter bewerteten die Vorgehensweise und Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdienste und Übungseinheiten. Danke hierfür an alle Beteiligen für die geleistete Unterstützung.

Einsatzleiter, Gemeindebrandinspektor Klaus-Peter Berg koordiniert den Einsatz aus der technischen Einsatzleitung am ELW 2 aus Pfungstadt. Kreisbrandinspektor Ralph Stühling machte sich vor Ort ein Bild von dem Übungsablauf.

Eine Abschlussbesprechung und Auswertung der Übungsergebnisse erfolgt im Nachgang der Übung mit den Übungsbeobachtern und Führungskräften. Vielen Dank von dieser Stelle aus an den Betreuungszug der JUH für die hervorragende Verpflegung.

Quelle Text: http://www.kfv-dadi.de

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