Rauchentwicklung im Umstädter Stadtkern

Übung am 17.03.2011„Brennt es da wirklich?“ „Sind Menschen in Gefahr?“ „Ist da hinten was Schlimmes passiert?“ - Das alles sind Fragen, die manche Anwohner des Scheuerwegs am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr der Feuerwehr stellten.

Doch auch durch die Köpfe der zur Hilfe eilenden Feuerwehrleute kreisten ähnliche Gedanken.

„Meine Kinder, meine Kinder – die sind da noch drinnen!“, ruft der verzweifelt auf die Feuerwehr wartende Vater. In diesem Fall gespielt vom Zugführer der Feuerwehr, Axel Scharkopf, der die Übung zusammen mit Bernd Pfeiffer geplant hatte. Umgehend wird dieser von der Besatzung des Einsatzleitwagens in Empfang genommen und nach detaillierten Informationen zur Situation im Brandobjekt befragt.

Währenddessen sammeln sich die Gruppen- und Einheitsführer der nacheinander eintreffenden Löschfahrzeuge beim Einsatzleiter. Dieser gibt mit klaren Worten zu verstehen, welche Lage er bei seiner Erkundung festgestellt hat. „Drei vermisste Personen – Riegelstellung zum Nachbargebäude herstellen – Brand im Dachgeschoss der Schreinerei“, Satzfragmente, die man als Außenstehender auffängt. Nun scheint alles noch schneller von statten zu gehen. Die Gruppenführer eilen zurück zu ihren Fahrzeugen. Im Gepäck die vom Einsatzleiter geschilderte Lage. „Angriffstrupp unter Atemschutz mit Unterstützung des Wassertrupps zur Menschenrettung durch den Haupteingang der Schreinerei über das erste Obergeschoss vor!“, hört man den Gruppenführer des Löschgruppenfahrzeuges seiner Mannschaft mitteilen. Erstaunlich erscheint, wie routiniert die einzelnen Frauen und Männer der Einsatzabteilung, trotz der unglaublichen Anspannung und des enormen Leistungsdrucks, der nun auf ihnen lastet, die Befehle in die Realität umsetzen.

Schläuche werden ausgerollt und Strahlrohre angekuppelt. Mit einer Schlauchleitung stoßen die Trupps in den Brandraum vor. Jetzt sind sie auf sich alleine gestellt. Es gilt, sich unter erschwerten Bedingungen mit allerhand Ausrüstung im Gepäck, die teilweise mehr als 30 kg auf die Waage bringt, vorzukämpfen. Immer auf der Suche nach den Vermissten. Einmal mehr wird deutlich, Feuerwehr bedeutet Teamarbeit, denn alleine könnte man hier leicht verloren gehen und so selbst zum Hilfsbedürftigen werden.

Außerhalb des Brandobjektes wird parallel die Drehleiter in Stellung gebracht, um die Brandbekämpfung von oben zu beginnen. Eine knappe Angelegenheit, die den Maschinisten ihr ganzes Können und ein diszipliniertes Fingerspitzengefühl abverlangt, da die Straßen wieder einmal viel zu eng zugeparkt sind. Hier zahlt sich abermals die kompakte Bauart der Groß-Umstädter Drehleiter aus.

Dank spezieller Suchtechniken krächzt es bereits nach wenigen Minuten: „Drei Personen gefunden – bringen sie ins Freie!“ durch die Funkgeräte. Mit allerlei Mühe und unter größter Anstrengung erscheinen Augenblicke später verschwitzte und abgeschaffte Atemschutzgeräteträger. Im Schlepptau haben sie auf Tragen liegend die drei vermissten Personen – zum Glück alle wohlauf. Darunter auch die zwei vermissten Kinder des Firmeninhabers, der diese nun freudestrahlend in Empfang nimmt. Sichtlich erschöpft von den Strapazen, jedoch mit der Gewissheit, ihren Auftrag erfüllt und drei Personen vor Schlimmeren beschützt zu haben, können die im Innenangriff eingesetzten Atemschutzgeräteträger nun ihre wohlverdiente Verschnaufpause antreten.

Kurze Zeit später hallt es „Feuer aus, Wasser halt!“ aus den Funkgeräten. Ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude konnte durch das beherzte und professionelle Eingreifen der Feuerwehrleute verhindert werden.

Dieses Mal war es glücklicherweise nur eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr Groß-Umstadt/Mitte, doch ein Szenario wie dieses könnte jeden Augenblick zur tragischen Realität werden. An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei der Schreinerei Pfeiffer für Bereitstellung des Firmengeländes anlässlich dieser Übung bedanken.

Feuerwehr Groß-Umstadt – unsere Freizeit für Ihre Sicherheit!

Jan Duschek & Axel Scharkopf