Verkehrsbehinderungen nach Schneechaos am 03.03.2006

Schneechaos 2006Um 14:52 Uhr wurden die Feuerwehr Groß-Umstadt/Mitte zum ersten Mal alarmiert. Aufgrund quer stehender LKWs und PKWs auf der B45 wurde von Seiten der Leitstelle eine Vollsperrung angeordnet. Weitere Einsätze in den höheren Lagen Richtung Dorndiel waren notwendig.

Da es bis dahin kein Räumdienst geschafft hatte, diese Straßen vom Schnee zu befreien, wurden die L 3413 von Raibach in Richtung Dorndiel und die K 101 von Klein-Umstadt in Richtung Dorndiel für mehrere Stunden voll gesperrt. Weitere Vollsperrungen der B45 waren später aufgrund wiederum quer stehender LKWs notwendig. Um 20 Uhr konnten alle Fahrzeuge wieder die Fahrt zum Stützpunkt antreten. Im Bereich Groß-Umstadt fielen bis zum Nachmittag 25-30 Zentimeter Neuschnee.

Zur Versorgung der Einsatzkräfte wurden Fleischwurst und Brötchen organisiert. Hierzu möchte man sich recht herzlich bei der Bäckerei Vogel aus Kleestadt für die gestifteten Brötchen bedanken.

Heftigste Schneefälle seit 15 Jahren

Im Gebiet zwischen Mainz, Wiesbaden und Darmstadt fielen am Freitag innerhalb weniger Stunden bis zu 23 Zentimeter Neuschnee. Das ist die höchste Tagesmenge seit Februar 1991 im Rhein-Main-Gebiet.

Besonders stark waren die Schneefälle am späten Nachmittag, als innerhalb einer Stunde bis zu 8 Zentimeter fielen. Im einzelnen maßen die Wetterbeobachter am Frankfurter Flughafen 14 Zentimeter, in Vielbrunn im Odenwald 12, in Darmstadt 20 und in Mainz 23 Zentimeter. Nordhessen war von den Schneefällen kaum betroffen, nördlich von Gießen gab es nicht mehr als 2 Zentimeter Schnee.

Viele Unfälle, ein Toter

Im gesamten Rhein-Main-Gebiet kamen die Autofahrer ins Rutschen, bei den Unfällen blieb es aber meist bei Blechschäden. Im Frankfurter Stadtgebiet gingen bei der Polizei rund 150 Unfall-Notrufe ein. Die Straßen rund um Wiesbaden waren weitgehend zugeschneit. Die Wiesbadener Polizei hatte am Vormittag rund 45 Unfälle gezählt.

In Südhessen rollte der Verkehr "nur noch sehr bedingt", wie ein Sprecher der Polizei sagte. Es hätten sich zahlreiche Unfälle ereignet, bei denen aber niemand schwer verletzt worden sei. Die starken Schneefälle legten auch den Busverkehr in Darmstadt lahm. Die Fahrzeuge steuerten die nächste Haltestelle und warteten ab, bis die Straßen geräumt waren.

Ein 61 Jahre alte Mann kam ums Leben, als er auf der Bundesstraße 40 südlich von Fulda beim Überholen auf eisglatter Straße von der Fahrbahn abkam und zwischen zwei Lkw geriet. Der Mann starb noch an der Unfallstelle.

Weniger dramatisch war die Situation in Mittelhessen. Die Polizei berichtete zwar von Schnee, aber keinem Verkehrschaos in ihrem Gebiet. "Bei uns ist alles weiß, aber nichts Spektakuläres passiert", sagte ein Polizeisprecher.

Im Hochtaunus sperrte die Polizei einige Straßen, weil auch mit Winterreifen kein Durchkommen mehr war. Die Bundesstraße 253 zwischen Battenberg und Biedenkopf in Mittelhessen war bereits am Donnerstagabend an der 674 Meter hohen Sackpfeife für den Verkehr gesperrt worden. Die Räumfahrzeuge kamen nur schlecht voran.

Quelle: hr-online.de

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